Inhalt:
Richard ist ein gewiefter,
erfolgsverwöhnter Geschäftsmann, der tunlichst darauf achtet, sich niemals der
größten Gefahr für jeden Gewinn hinzugeben: Emotionen, schon gar keinen romantischen.
Als er eher zufällig auf die widerborstige und mit allen Wassern gewaschene
Jane trifft, scheint es fast, als geriete seine Lebensmaxime ins Wanken. Nur
hat er keineswegs die Absicht, seine Überzeugungen aufgrund dieser
Seltsamkeiten, die sich Gefühle nennen, über Bord zu werfen. … Jane übrigens
auch nicht.
(Quelle Amazon)
Beurteilung:
Dickschädel trifft auf
Dickschädel, oder auch: was tun, wenn man plötzlich seinem Pendent gegenübersteht
und das Denken und Handeln nur noch auf den „Widersacher“ ausgelegt ist?
Hier besticht Kera Jung mit einem
sehr offenen und umgangssprachlichen Schreibstil. Es fallen schon auch mal
Beschimpfungen und Ausdrücke „unter der Gürtellinie“, die jedoch meiner Ansicht
nach wohl platziert sind und hervorragend zu den beiden starken Charakteren
passen.
Wer allerdings eine
Liebesgeschichte im klassischen Sinn sucht, ist hier fehl am Platz. Hier geht
es um „fressen oder gefressen werden“. Die Protagonisten sind beide machthungrig
und erfolgsorientiert. Dabei lassen sie auch moralische Grenzen außer Acht. Die
innere Einstellung, v.a. von Richard, der ein frauen- und
emanzipationsverachtendes Weltbild besitzt, wirkt auf den ersten Blick etwas
überzogen, aber dennoch sehr real.
Durch den
Erzählperspektivenwechsel zwischen Richard und Jane bekommt der Leser Einsicht
in die Gefühle und Gedankengänge der beiden Hauptprotagonisten. Womit dieselbe
Abscheu und Verachtung, aber auch die langsam aufkeimenden Gefühle authentisch
auf den Leser projiziert werden, so dass eine gewisse Identifikation
stattfindet.
Die expliziten Sexszenen werden
gekonnt und geschmackvoll in Szene gesetzt und dem Leser genügend Spielraum für
das eigene Kopfkino gelassen.
Erotik kombiniert mit Intrigen,
Spannung und Leidenschaft zeichnet diesen Plot von Kera Jung aus und beschert
somit angenehme Lesestunden, in denen man in eine authentisch wirkende fiktive
Welt der „Haie“ abtauchen kann mit unvorhersehbaren Ereignissen und Wendungen.
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