Inhalt:
Seit Lou die Flucht vor ihrem
gefährlichen Exfreund gelang, stürzt sie sich Woche für Woche in neue
Abenteuer. Nie wieder soll jemand ihr Herz berühren. Schon gar nicht der sympathische
Ryan, der mit ihr an den See fährt und ihr Milchkaffee auf die Arbeit bringt.
Ryan ist fasziniert von der
warmherzigen Persönlichkeit hinter Lous harter Fassade und umwirbt sie geduldig.
Er ahnt nicht, wie sehr Lous Exfreund sie immer noch unter Druck setzt.
(Quelle: Bookshouse Verlag)
Beurteilung:
Was tun, wenn einen die Vergangenheit
nicht los lässt? Wenn die Schatten der Vergangenheit einen immer wieder
einholen? Wenn die Seele so verletzt ist, dass man seine Umwelt ausgrenzt… Kann
eine „neue“ Liebe helfen das Negative hinter sich zu lassen?
Der Plot und auch die Handlungen
weisen sehr interessante Züge auf. Jedoch konnte ich mich mit den Hauptfiguren
nicht identifizieren, was unter anderem an dem gewöhnungsbedürftigen
Schreibstil der Autorin lag. Die Geschichte wird in personalisierter
Erzählperspektive, aus der Sicht von Louise, wiedergegeben.
Gut wurde die innere
Zerrissenheit und Traumatisierung Louises herausgearbeitet und versucht
emotional darzustellen. Mir jedoch fehlte der endgültige Zugang zu der
Hauptfigur. Ich hatte eher den Eindruck, dass es sich um eine gespaltene
Persönlichkeit handelt: auf der einen Seite eine Jägerin, die ihre sexuelle
Begierde auslebt, und auf der anderen Seite eine unsichere, introvertierte
Kindergärtnerin, die sich vor der Welt versteckt und außer ihrem besten Freund
niemand in die Wohnung lässt – und selbst dort sich nur mit einer Waffe sicher
fühlt …
Mir ging die Entwicklung zwischen
Lou und Ryan etwas zu schnell, d.h. die Sprünge und zwischenmenschlichen Fortschritte
waren zu groß und teilweise nicht ganz nachvollziehbar, wenn man die
Hintergrundinformationen zu der Hauptfigur mit berücksichtigt.
Ein schwieriges und sensibles
Thema an das sich die Autorin hier gewagt hat. Positiv fand ich, dass Lou es
aus eigener Kraft geschafft hat aus dem Teufelskreis auszubrechen, die
Bewältigung ihrer Vergangenheit anzustreben und neuen Personen Platz in ihrem
Leben einzuräumen – natürlich immer mit dem Sicherheitsnetz in Form ihres
besten Freundes.
Zusammenfassend möchte ich
bemerken, dass sich durchaus Potenzial der Autorin erkennen lässt, die
Umsetzung letztendlich mich persönlich nicht ganz überzeugte. Jana Feuerbach
behandelte hier eine sehr sensible und schwierige Thematik.
Vielen Dank dem Bookshouse Verlag
für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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