Mittwoch, 1. April 2015

Wie eine Spur im Sand von Kerry Greine















Inhalt

16- Stunden-Tage in der Bank, die Wochenenden auf der Piste, flüchtige Bekanntschaften – so sieht Jannes Leben aus, bis sie beschließt, alles hinzuwerfen und in ihrer Heimatstadt Hamburg zurückzukehren.
Ihre Vorsätze, sich von Männern fernzuhalten werden gleich von mehreren Seiten torpediert.
Der smarte Makler Tammo und Surferboy Callen, der Manieren für ein Fremdwort hält, bringen alles durcheinander.
Während der eine ihre totgeglaubten Gefühle weckt, bringt der andere sie regelmäßig auf die Palme.
(Quelle Amazon)


Beurteilung

Wer dachte „Ein Tropfen Liebe…“ ist bereits das emotionalste und authentischste Werk von Kerry Greine – der  hat definitiv „Wie eine Spur im Sand“ noch nicht gelesen.

Äußerst authentisch und realistisch beschreibt die Autorin die sympathische Hauptprotagonistin Janne und ihren inneren Kampf zurück ins Leben. Einfühlsam vermittelt uns Kerry Greine das Gefühlschaos und die auffressenden Schuldgefühle Jannes, weshalb sie sich emotional einen Schutzpanzer angelegt hat, den bisher keiner wirklich durchbrechen konnte … bis jetzt…

Dabei muss auch Janne erkennen, dass der erste Eindruck einer Person leider nicht immer den wahren Charakter seines Gegenübers wiederspiegelt.

Taktvoll und ergreifend behandelt die Autorin Kerry Greine auch in diesem Roman sensible Themen wie Schuldzuweisung an einem Todesfall, oder eine äußerst heikle gesellschaftliche Problematik: Verabreichung von K.O.-Tropfen für einen geplanten sexuellen Übergriff.

Es handelt sich hierbei nicht einfach nur um eine Liebesgeschichte, sondern um eine Geschichte mit Tiefgang und Tragik. Dabei werden Probleme aufgearbeitet, denen wir auch im realen Leben so begegnen können.

Der Roman weißt einen flüssigen und angenehmen Schreibstil auf, der durch die Wortgewandtheit von Kerry Greine stellenweise sehr ergreifend und emotional anmutet. Jedoch erzeugt die Autorin auch durch häppchenweisen Andeutungen und wohldosierten Informationen zu Jannes Vergangenheit einen gewollten Spannungsaufbau.

Dabei wendet Kerry Greine eine personale Erzählsituation an, d.h. die Hauptprotagonistin fungiert zeitgleich als Reflektor. Somit kann dem Leser auch die Gefühlswelt Jannes eindrucksvoll nahegebracht werden.

Prägende Ereignisse im Leben verschwinden nicht einfach „wie eine Spur im Sand“, sondern werden „von Wellen mitgenommen. Davongetragen in ein neues Leben…“ (Zitat aus „Wie eine Spur im Sand“) – man muss sich seinen Ängsten nur stellen und diese auch zulassen bzw. aufarbeiten.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mich auch hier der fesselnde und flüssige Schreibstil überzeugte. Der Plot ist gut durchdacht und authentisch wiedergegeben. Emotional hat mich die Autorin erreicht und die rund 290 Seiten mich in ihren Bann gezogen.

Auch wenn dies indirekt eine Fortsetzung von „Ein Tropfen Liebe…“ ist, können beide Romane unabhängig voneinander gelesen werden und sind in sich abgeschlossen.


Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, Kerry Greine.

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