Montag, 19. Januar 2015

Verloren ohne dich - Jana Martens














Inhalt:

Lucas wird nach dem tödlichen Autounfall seiner Eltern von der Familie Patton adoptiert, doch Liebe und Anerkennung bleiben für ihn Fremdwörter. Inzwischen ist er achtzehn Jahre alt und wird als kostenlose Arbeitskraft missbraucht. Sein Adoptivvater schlägt ihn grundlos, seine Adoptivmutter schikaniert ihn, wo sie nur kann. Eines Tages tritt der freche Nachbarssohn Ben in sein Leben und Lucas` Welt steht plötzlich Kopf. Die beiden werden Freunde und endlich scheint sein trostloses Dasein einen Sinn zu ergeben. Ben zeigt Lucas, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht, vor allem aber, was Freundschaft wirklich bedeutet. Unerwartet spielen ihre Gefühle füreinander verrückt und sie verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Eine zarte und gleichsam leidenschaftliche Liebe entbrennt, doch sie wird durch ein Netz aus Lügen auf eine harte Probe gestellt.
(Klappentext)



Beurteilung:

Was tun, wenn man niemanden auf der Welt hat und immer auf der Hut sein muss? Wenn Gewalt, Misshandlungen und Angst das Leben dominieren? Ist es dann überhaupt möglich sich zu öffnen und Dinge zu zulassen, die tief im inneren Verborgen liegen? Oder öffnet man damit unwissentlich die „Dose der Pandora“ und das eigenen Leben ist nicht mehr sicher?

Jana Martens überraschet mich komplett mit diesem Buch – POSITIV. Dazu muss ich gestehen, dass es mein erster Gay-Romance Roman war.

Die Autorin besticht mit einem sehr fesselnden, flüssigen und angenehmen Schreibstil. Innerhalb weniger Zeilen bindet sie den Leser bereits komplett an den Plot, an die Protagonisten und die Gefühle. An Spannung und Gefühlen ist dieser Roman nicht zu übertreffen! Bei mir stellte sich regelrechte eine Lesesucht ein, um endlich hinter alle Geheimnisse zu kommen, aber auch um zu sehen, was wahre und ehrliche Gefühle für Auswirkungen haben können.

Was mit einer zarten Liebesgeschichte, dem Wahrnehmen und Eingestehen der eigenen unbekannten Gefühle beginnt, entwickelt sich im Laufe des Buches zu einem wahren (Gefühls-)Krimi!

Das große Hauptthema dieses Romans ist ohne Frage die langsam entstehende Liebesgeschichte zwischen Ben und Lucas. Jedoch beinhaltete „Verloren ohne dich“  auch sehr ernste Themen wie Entführung, häusliche Gewalt und zu guter Letzt auch das Eingestehen seiner sexuellen Orientierung. Dabei werden sehr anschaulich und einfühlsam die Gefühle, die Zweifel aber auch die Hoffnungen die so ein Outing mit sich bringen behandelt und dargestellt.

Die wechselnde, personelle Erzählperspektive zwischen Lucas und Ben veranschaulicht dem Leser sowohl die tiefen Gefühle, als auch die Gedanken, Ängste und Hoffnungen der beiden sympathischen Protagonisten. Ferner kann der Leser dadurch sich komplett mit den Protagonisten identifizieren, mit ihnen lachen, leiden, lieben und hoffen.

Die beiden sympathischen Hauptakteure könnten unterschiedlicher nicht sein: auf der einen Seite ein introvertierte Lucas, dessen Leben von Misshandlungen und Gewalt dominiert wird, und auf der anderen Seite der selbstbewusste Ben, der durch seinen Beruf im Rampenlicht steht. … Liebe kennt kein reich-arm, gebildet-ungebildet, in-out … Liebe kann alle Hürden überwinden …

Die explizite Liebesszene wurde sehr authentisch, sinnlich und geschmackvoll dargestellt. In keinster Weise erschien sie anrüchig oder geschmacklos. Im Gegenteil: sie stand ebenso wie die aufrichtigen Liebesbekundungen der Protagonisten für echte, tiefe Gefühle – die dadurch dem Leser noch näher gebracht wurden.

Das Cover, bestehend aus zwei Männern jeweils nur in Jeanshose und nacktem Oberkörper, weist bereits auf das Genre Gay hin. Sinnlich, sexy und ansprechend.

Intrigen, Neid und Missgunst kombiniert mit Spannung, Liebe und Vertrauen sind die Schlagworte, die einem nach Beendigung dieser geschätzten 293 Seiten einfallen.

Vielen Dank Jana Martens für dieses wunderbare Rezensionsexemplar. 

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