Samstag, 16. August 2014

Playing with fire - Vertraute Sehnsucht von Jennifer Probst
















Inhalt:

Um seine Schwester aus einer Notlage zu retten, muss der attraktive Milliardär und überzeugter Single Michael Conte über seinen Schatten springen und seiner streng traditionellen Familie eine glückliche Ehe vorspielen.

Unterstützung der hält er von der anziehenden wie kratzbürstigen Fotografin Maggy Ryan, die  dem Deal nur zustimmt, wenn Michael künftig einen großen Bogen um ihre beste Freundin macht. All die sachlich getroffenen Abmachungen stehen und fallen, sobald sie in Italien ankommen und die feurige Maggy Michaels bisher geordnetes Leben in ein sinnliches Chaos stürzt …
(Klappentext)


Beurteilung:

Mit 2 Redewendungen lässt der Roman sich umschreiben: „Was sich liebt das neckt sich“ und „Liebe überwindet alle Hindernisse“

Schöner könnte der Plot dieses Liebesromans nicht sein: der selbstlose Familienmensch Michael Conte beschließt um seiner Schwester ihren größten Traum zu erfüllen, selbst in den Hafen der Ehe einzulaufen – wenn auch nur zum Schein. Die erfolgreiche und taffe Maggie unterstützt ihn bei der Durchführung, seine Familie hinters Licht zu führen. Doch was passiert, wenn alle mühsam errichteten Schutzmauern auf einmal nach und nach wegbrechen und wahre Gefühle ins Spiel kommen? Wenn die Unterdrückung der schlummernden Gefühle und Sehnsüchte sich nicht mehr realisieren lässt? Flucht nach vorne oder dazu stehen und alles riskieren?

Die Autorin Jennifer Probst besticht in ihrem zweiten Playing with fire Roman erneut mit einer sehr gefühlsbetonten und in sich stimmigen Geschichte. Auch wenn ich zuerst etwas skeptisch war, als ich im Klappentext las, dass es ich um einen Milliardär handelt, der die Hilfe einer jungen schönen Frau braucht, wurde ich positiv überrascht. Denn, dass Michael Conte reich ist, ist absolute Nebensache in der Handlung. Somit wandelt sich die Liebesgeschichte für den Leser von fiktiv zu reell. Eine Geschichte, wie sie jederzeit überall passieren könnte.

Durch den Erzählperspektivenwechsel zwischen Maggie und Michael ermöglicht es die Autorin dem Leser in die Gedankenwelt der Protagonisten mit ihren Ängsten, Wünschen und Selbstzweifeln abzutauchen. Sehr bildhaft und flüssig wird dies durch den Schreibstil und die Wortwahl noch unterstützt.

Die Hauptthemen des Romans sind starke Familienbande, die eigenen Bedürfnisse zum Wohl der Familie zurückzustellen, für einander einzustehen und sich den anderen zu öffnen und die eigenen Ängste und Zweifel zu erkennen, sich einzugestehen und zu bekämpfen, ferner die Suche nach dem einen Seelenverwandten. Sehr gefühlvoll verarbeitet Jennifer Probst dies in diesem mehr als gelungen Liebesroman.

Die sexuelle Anziehungskraft zwischen Margarethe und Michael sind beinahe greifbar und sehr geschmackvoll in Szene gesetzt. Ebenso ihr Kampf gegen die aufkommenden tieferen Gefühle wirken sehr plausibel und authentisch. Die Autorin schafft es die inneren Konfliktsituationen der Protagonisten mit erotischen Interventionen zu koppeln und gibt der Handlung damit eine sehr schöne „Würze“.

Aber auch das „Drum-Rum“ um die Protagonisten erscheint schlüssig: die Familie, die Maggie mit offenen Armen empfängt und als erste die innere Wandlung Michaels erkennt, noch bevor Michael und Maggie selbst diese erkennen können – v. a. seine Mutter ist hier die Schlüsselfigur und der ausschlaggebende Faktor.

Das Cover zeigt ein Liebespärchen: sehnsüchtig und in sich verträumt blickend. Man bekommt den Eindruck, dass sie emotional sehr eng verbunden sind, die Gegenwart des anderen genießen und gleichzeitig eine innere Anspannung vorherrscht, als wenn sie noch etwas beschäftigen würde… Genau wie die Gefühlswelt der beiden Hauptpersonen des Romans.

Genauso geschmackvoll wie die Covergestaltung sind auch die sinnlich und erotisch beschriebenen Sexszenen. Die Autorin wählt ihre Worte mit Bedacht und verrät nicht zu viel, so dass jeder Leser selber sein eigenes Kopfkino abspielen lassen und vor sich hinträumen kann. Aber nicht nur diese Szenen werden gefühlvoll beschrieben, sondern auch die innere Zerrissenheit, der innere Kampf gegen die Vergangenheit und zurückliegenden Verletzungen, sowie das Erkennen der Liebe.

„Er überraschte sie immer wieder aufs Neue, forderte sie heraus und ließ sie mit dem Verlangen nach mehr zurück. Er war gefährlich. Nicht nur für ihren Körper. Sondern auch für ihr Herz“ (Seite 158)


„Er verliebte sich in sie. … Sie stellte alles in ihm auf den Kopf, bis er vor Anspannung förmlich vibrierte. … Sie war kratzbürstig, dickköpfig, konnte ihre Fehler zugeben und versteckte eine Liebenswürdigkeit, die sein Herz erweichte“ (Seite 177)

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